Die im Dreijahresrhythmus durchgeführte Erhebung liefert aktuelle Vergleichswerte zu Organisation, Arbeitsweise und Entwicklung der Internen Revision im deutschsprachigen Raum. Gegenüber der Enquete 2023 wurde der Fragenkatalog vor allem um Künstliche Intelligenz, KI-Governance und KI-Readiness erweitert. Insgesamt umfasst die Studie elf Themenbereiche mit rund 99 Fragen.
Die technologische Entwicklung ist in den Revisionsabteilungen angekommen. 55 Prozent nutzen bereits allgemeine KI oder Machine Learning, 51 Prozent Generative KI. Besonders häufig kommen die Anwendungen bei Planung und Prüfungsvorbereitung zum Einsatz.
Deutlich größer ist die Verbreitung von KI in den Unternehmen insgesamt. Allgemeine KI beziehungsweise Machine Learning wird dort bereits von 62 Prozent eingesetzt, Generative KI von 55 Prozent. Eine Prüfung durch die Interne Revision hat dagegen erst bei 16 beziehungsweise 14 Prozent stattgefunden. Auch die Aufnahme in das Audit Universe bleibt mit 27 beziehungsweise 22 Prozent deutlich dahinter zurück.
Die eigene KI-Readiness der Revision erreicht im Durchschnitt 2,58 von fünf Punkten. Einer grundsätzlich positiven Haltung gegenüber KI stehen schwächer ausgeprägte organisatorische Voraussetzungen gegenüber. Niedrige Werte verzeichnet die Studie unter anderem bei einer definierten KI-Strategie, beim Zugang zu ausreichenden Daten, bei der Integration in Revisionsmethoden und bei der Einbeziehung von KI-Ergebnissen in Prüfungsurteile.
Die Studie zeigt zugleich, wo praktische Hürden liegen. 53,8 Prozent der Befragten nennen fehlende Kompetenz oder Expertise als Hindernis bei der Prüfung neuer Technologien, 51,5 Prozent fehlende Kapazitäten oder Ressourcen. Weitere Hemmnisse sind eine fehlende Nachfrage nach entsprechenden Prüfungen und hohe Kosten.
Der Bedarf schlägt sich im Recruiting nieder: Data Scientists und IT-Prüfer gehören für 86,9 Prozent zu den drei dringendsten Qualifikationen bei Neueinstellungen. Bei der Weiterbildung stehen KI, Regulierung, Cybersecurity, IT Audit und Data Analytics weit oben.
Cybersicherheit ist mit 90 Prozent der am häufigsten als wesentlich eingestufte Risikobereich. Geprüft wird sie von 73 Prozent der Revisionsabteilungen. Zwischen Risikowahrnehmung und Prüfungsabdeckung besteht damit eine Differenz von 17 Prozentpunkten.
Die Enquete 2026 zeichnet insgesamt das Bild einer etablierten Revisionsfunktion im technologischen Wandel. Besonders bei KI-Prüfungen, Technologiekompetenzen und der Abdeckung zentraler Risikofelder besteht weiterer Entwicklungsbedarf. Zugleich liefert die Studie Revisionsleitungen aktuelle Vergleichswerte, um Organisation, Methoden, Technologieeinsatz und Personalausstattung der eigenen Funktion einzuordnen. Die Enquete steht kostenfrei zum Download bereit.
Zeitschrift Interne RevisionZukunftsweisend in der Internen Revision |
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