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Enquete 2026  
24.09.2026

Interne Revision zwischen KI-Schub und Kompetenzlücken

ESV-Redaktion Management und Wirtschaft
Neue Technologien und Kompetenzen verändern das Gefüge der Internen Revision. (Grafik: Generiert mit GPT Image 2, Prompt und Bearbeitung mit ChatGPT: Redaktion)
Künstliche Intelligenz hält schnell Einzug in die Interne Revision, während bei Prüfungsabdeckung, Datenzugang und technologischen Kompetenzen weiterhin Lücken bestehen. Das zeigt die Enquete 2026 von DIIR, IIA Austria und IIA Switzerland. Grundlage sind die Antworten von 699 Revisionsleitungen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein.

Die im Dreijahresrhythmus durchgeführte Erhebung liefert aktuelle Vergleichswerte zu Organisation, Arbeitsweise und Entwicklung der Internen Revision im deutschsprachigen Raum. Gegenüber der Enquete 2023 wurde der Fragenkatalog vor allem um Künstliche Intelligenz, KI-Governance und KI-Readiness erweitert. Insgesamt umfasst die Studie elf Themenbereiche mit rund 99 Fragen.

KI verbreitet sich schneller als ihre Prüfung

Die technologische Entwicklung ist in den Revisionsabteilungen angekommen. 55 Prozent nutzen bereits allgemeine KI oder Machine Learning, 51 Prozent Generative KI. Besonders häufig kommen die Anwendungen bei Planung und Prüfungsvorbereitung zum Einsatz.

Deutlich größer ist die Verbreitung von KI in den Unternehmen insgesamt. Allgemeine KI beziehungsweise Machine Learning wird dort bereits von 62 Prozent eingesetzt, Generative KI von 55 Prozent. Eine Prüfung durch die Interne Revision hat dagegen erst bei 16 beziehungsweise 14 Prozent stattgefunden. Auch die Aufnahme in das Audit Universe bleibt mit 27 beziehungsweise 22 Prozent deutlich dahinter zurück.

Die eigene KI-Readiness der Revision erreicht im Durchschnitt 2,58 von fünf Punkten. Einer grundsätzlich positiven Haltung gegenüber KI stehen schwächer ausgeprägte organisatorische Voraussetzungen gegenüber. Niedrige Werte verzeichnet die Studie unter anderem bei einer definierten KI-Strategie, beim Zugang zu ausreichenden Daten, bei der Integration in Revisionsmethoden und bei der Einbeziehung von KI-Ergebnissen in Prüfungsurteile.

Kompetenz und Kapazität begrenzen Technologieprüfungen

Die Studie zeigt zugleich, wo praktische Hürden liegen. 53,8 Prozent der Befragten nennen fehlende Kompetenz oder Expertise als Hindernis bei der Prüfung neuer Technologien, 51,5 Prozent fehlende Kapazitäten oder Ressourcen. Weitere Hemmnisse sind eine fehlende Nachfrage nach entsprechenden Prüfungen und hohe Kosten.

Der Bedarf schlägt sich im Recruiting nieder: Data Scientists und IT-Prüfer gehören für 86,9 Prozent zu den drei dringendsten Qualifikationen bei Neueinstellungen. Bei der Weiterbildung stehen KI, Regulierung, Cybersecurity, IT Audit und Data Analytics weit oben.

Cyberrisiken bleiben auf der Agenda

Cybersicherheit ist mit 90 Prozent der am häufigsten als wesentlich eingestufte Risikobereich. Geprüft wird sie von 73 Prozent der Revisionsabteilungen. Zwischen Risikowahrnehmung und Prüfungsabdeckung besteht damit eine Differenz von 17 Prozentpunkten.

Die Enquete 2026 zeichnet insgesamt das Bild einer etablierten Revisionsfunktion im technologischen Wandel. Besonders bei KI-Prüfungen, Technologiekompetenzen und der Abdeckung zentraler Risikofelder besteht weiterer Entwicklungsbedarf. Zugleich liefert die Studie Revisionsleitungen aktuelle Vergleichswerte, um Organisation, Methoden, Technologieeinsatz und Personalausstattung der eigenen Funktion einzuordnen. Die Enquete steht kostenfrei zum Download bereit.

Zeitschrift Interne Revision

Zukunftsweisend in der Internen Revision

Die Zeitschrift Interne Revision (ZIR) führt erstklassiges Fachwissen für die Interne Revision in Unternehmen und Verwaltungen zusammen. In Fachkreisen, die mit Revisions-, Kontroll- und Prüfungsaufgaben betraut sind, gilt sie zweifellos als wichtigstes Publikationsmedium – und als profiliertester Impulsgeber einer weitreichenden Professionalisierung des Berufsstands in den letzten Jahrzehnten.

Fachinformationen aus erster Hand

Die ZIR wird herausgegeben vom DIIR – Deutsches Institut für Interne Revision e.V. Neben zentralen Grundlagenthemen finden Sie Schwerpunkt- und Spezialbeiträge über die gesamte Breite aktueller betrieblicher, regulatorischer und technischer Herausforderungen für eine ordnungsgemäße Revisionstätigkeit. Alle Beiträge werden vor ihrer Veröffentlichung vom DIIR sorgfältig geprüft.

Die ZIR unterstützt die Zusammenarbeit der Internen Revision mit internen und externen Instanzen wie Risikomanagement, Compliance und Wirtschaftsprüfung. Verantwortliche Revisoren und Prüfer, Führungskräfte aus Geschäftsleitung, Aufsichts-, Prüfungs- und Beratungsinstanzen versorgt sie mit praxisnahen Orientierungs- und Entscheidungshilfen.

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